Die World Cyber Games sind zwar noch nicht vorbei, aber trotzdem können wir schonmal ein Resümee ziehen.
Einige Turnier sind noch am laufen, zum Beispiel ist während der Entstehung des Artikels auf der Main Stage das Overall Finale von Guitar Hero 5.
100% Quoten in den einzelnen Songs sind keine Seltenheit, eben ein Spiel für Perfektionisten - Ebenso wie Trackmania.
Im ganzen war das Event in Ordnung, doch es gibt einige Kritikpunkte die ziemlich in die Waage hauen.
Administration ist Alles
Schaut man sich das Trackmania Turnier darf man zufrieden sein, bis auf
kleinere Dinge die aber fast garnicht aufgefallen sind.
Samstag wurde wirklich punktgenau um 10:00 Uhr mit dem Timeattack
Seeding angefangen. Kein Wunder denn: Von den Admins kam am Vorabend die
Ansage, dass die Spieler um spätestens 9:00 Uhr vor Ort sein sollen, so
dass das Turnier ohne Verzögerung über den Tag laufen kann.
Man hat aus dem Vorjahr gelernt und sich bei anderen Turnieren die Organisation abgeguckt und auch gut umgesetzt.
Klare Ansagen der Admins haben auch kleinere Probleme von Spielern gelöst, wovon aber recht wenig vorhanden waren.
Die ewige Geschichte der WWCL
Wenn man einen Blick auf das Teilnehmerfeld wirft, dann sollte man schon sagen, dass das Turnier besser besetzt war als letztes Jahr.
Vorallem durch die Leistungen auf dem Event selbst, wurde diese Tatsache gefestigt.
Leider (man muss wirklich leider sagen, denn das 3 Slots an die WWCL Rangliste ist sehr schade), findet man keine wirklich guten Spieler bei den WWCL Turnieren.
Freddy, Jason und Evolution waren zwar hoffnungslos unterlegen gegen richtige TrackMania Spieler und diese drei Slots sollte man anders besetzten.
Ein oder zwei zusätzliche Turniere oder mehr Slots bei den vorhandenen Turnieren würden das Teilnehmerfeld noch um ein großes Stück stärken.
Auch wenn man sagen muss, dass normalerweise ein gewisser m0ep hätte teilnehmen sollen stärkt das die Position für die WWCL keineswegs.
Wenn man seitens der World Cyber Games unbedingt Slots an die WWCL abgeben möchte, dann sollte man doch lieber 1 oder 2 Slots weniger nehmen.
TrackMania Spieler sind nun mal keine LAN-Spieler - besonders weil für viele Spieler die LAN-Parties zu weit weg sind und deswegen die echten Spieler wegbleiben.
Zurück bleiben dann die sogenannten Casual Gamer und Leute wie Freddy und Jason, die einfach neben ihrem Maingame noch TrackMania Turniere mitspielen und sich so die Slots sichern.
Aufguss bitte
Die Temperaturen in ganz Deutschland sind enorm hoch. In einigen Landesteilen wurden für das Wochenende Temperaturen angesagt, die man normalerweise in unseren Breitengeraden nicht kennt.
38°C und mehr waren angesagt und der schlechteste Ort, an dem man sich dieses Wochenende aufhalten sollte, ist ein Zirkuszelt in einem Freizeitpark.
Man schätzt hier in der Sauna, dass in etwas doppelt so viel Schweiß geflossen ist, wie nachgetrunken wurden.
Um die Lage einzuschätzen: Ungefähr 40 Behälter Cola, Fanta, Sprit und Wasser wurden vernichtet - zu je 18 Liter.
Das resultiert einfach aus der Tatsache, dass es unter der großen Haube ungefähr 50°C sind und bei laufenden Geräten und Menschen die einfach nicht aufhören wollen zu atmen, steigt die Temperatur immer weiter und mit ihr auch die Luftfeuchte.
Was lernt man? 3 T-Shirts für zwei Tage...das reicht leider nicht! Kaum betritt man das Zelt, ist man nass-geschwitzt und will wieder in die pralle Sonne um sie trocknen zu lassen.
Der WCG wurde angeboten, dass die Veranstalter des Belantis eine Klimaanlage einbauen würden um die Temperatur wenigstens ein wenig runter zu setzen. Man lehnte ab - warum weiß man nicht.
Einige Klimatisierte Halle ist nicht nur der Technik, sondern auch den Spielern lieber,
Die Übertragung hinkt hinterher
Man ist es ja als TrackManiac gewöhnt, dass die Übertragung von den Spielen mangelhaft ist. Relay-Server und Videostreams sind nicht sehr oft gesehen, würden aber starken Andrang finden - Wenn sie denn vorhanden wären.
Einerseits wurde von den WCG Admins gesagt, dass sie einen Relay stellen. Dabei wurde aber falsch interpretiert, dass der Relay nicht nach ausserhalb funken kann und deswegen innerhalb von 10 Minuten versucht wurde, einen Relay von ausserhalb zu besorgen und zum laufen zu bringen.
Schade nur, dass das so kurzfristig organisiert werden musste und deswegen kein Relay zur Verfügung stand.
Eine Versöhnung für viele könnte der Gamesports-Stream gewesen sein, denn Gamesports hat in zwei unterschiedlichen Qualitäten gesendet. Für jede Leitung war was dabei und hoffentlich haben genug Leute den Stream geschaut um TrackMania weiter zu unterstützen.
Ob man auf dem Stream nun unbedingt Leute sehen muss, die das Spiel wenig im Vorfeld beobachten und dann bejubeln, wenn jemand einen Sprung nicht schafft bleibt dabei mehr als fraglich.
Lieber Leute aus der Szene nehmen, die Ahnung von dem Spiel haben und somit dann auch ein wenig das Feeling rüberbringen können, was bei TrackMania doch entsteht.
Der Winnerbracket Sieger
Natürlich muss man den beiden Siegern des Winnerbrackets einen Vorteil für das Overallfinale geben. Die Frage ist da nur, ob es wirklich 18 und 12 Punkte sein müssen, denn dafür müssten die beiden 2 Runden komplett ausscheiden oder mehrere Runden nur Dritter und Vierter werden um diesen Vorteil zu egalisieren.
Nimmt man sich andere Turniere mit dem selben System, dann bekommen die Sieger 10 und 8 Punkte dazu, was ja mehr als im Rahmen des möglichen ist.
Für die beiden Spieler aus dem Loserbracket ist bereits vor dem Match klar, dass sie diesen Vorsprung nur mit sehr viel Glück wieder aufarbeiten können, so dass ein Match bei Null entsteht.
Überraschungen gibt es doch immer wieder
Positive Dinge sind natürlich auch passiert. Ein faires Turnier, mit guter Organisation welche einen zackigen Ablauf garantiert hat.
Aber viel mehr wiegen dann doch die Spieler und Aktionen, mit denen man nicht gerechnet hat.
Zwei Leute sind dabei hervor zu heben: Dev!L und BlackPhoenix.
Warum denn gerade BlackPhoenix? Das werden sich bestimmt einige nach diesem Satz denken, aber schaut man sich das Turnier an, hat er einige Leute geschlagen beziehungsweise hat sich seinen Weg in das Overallfinale gebahnt, was vorher niemand gedacht hätten.
Vierter Platz auf einem National Final der World Cyber Games, das lässt sich auf jeden Fall sehen!
Wer ist dieser Dev!L? Berechtigte Frage, denn vor dem Turnier kannten sehr sehr wenige Leute diesen Pascal Albusberger.
Nach seinem zweiten Platz beim adidas ACTION3 DEO Cup #2 hat er auf sich aufmerksam gemacht und bei den National Finals hat er dann bewiesen: Das war kein Zufall!
Mit guten und konstanten Runden machte er seinen Weg in Richtung Overallfinale und scheiterte dabei nur um einen Punkt an diesem Ziel.
Im Winnerbracket zog er immer mit Ice parallel in die nächste Runde ein, doch dann machten im Winnerbracket Finale die Nerven nicht ganz mit und er konnte nicht ganz den Anschluss zu gaLLo, BOmBe und Ice halten.
Im Consolation Finale fehlte ihm dann nur ein einziger Punkt und dann wäre nicht BlackPhoenix im großen Finale gewesen, sondern eben jener Dev!L.
Publikum wäre doch ganz schön
Stellt man sich in die Mitte des Zeltes und schaut sich um - Überall sieht man Shirts von Organisationen die im direkten Kontakt mit dem eSports stehen. Sei es von diversen Clans die Spieler in den Turnieren haben oder einfach nur vor Ort sind, seien es die Redakteure von den ganzen Szeneseiten oder eben Mitarbeiter und Admins der WCG.
Richtige Zuschauer: Fehlanzeige.
Die Location in einem Freizeitpark hat beim ESWC auf jeden Fall besser geklappt, sind im Disneyland doch schon mehr Besucher als in einem kleinen Freizeitpark in der nähe von Leipzig.
Dem entsprechend viel auch die Kulisse der Stühle vor der Mainstage aus. 50 Stühle wurden aufgestellt, wovon etwa 75% dauerhaft leer waren.
Die Spieler und Redaktuere hatten keinerlei Zeit um sich die Spiele auf der Mainstage anzuschauen. Ausserdem war es viel zu warm um im Zelt zu bleiben, wenn man nicht unbedingt musste.
Da war die Location im Rahmen der GCO um einiges besser, denn man hat durch die Messe an sich schon sehr viele Besucher angezogen.
Man war halt durch die Messe an der Materie und einen Blick bei so einer großen Bühne konnte man dann doch machen.
Gute Organisation - Schlechte Location
Rund herrum kann man sagen, dass die Turniere gut verliefen. Es gab viele spannende Spiele und emotionale Momente in den einzelnen Games, doch man sollte sich für das nächste Jahr wieder eine große, gekühlte Halle suchen um so eine riesen Sauna wie hier im Belantis zu vermeiden.
Oder man verschieb das National Final in den Frühsommer oder in den Winter, dann hätten wir keine Probleme mehr mit der Wärme.
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